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Genial einfach: die Solare Umweltwand

Sonnenenergie nutzen ohne Installationen / Besser als die EnEV


Fotos: Umweltwand.de/ Spart Heizkosten, schont die
Umwelt und setzt architektonische Akzente: Die Solare
Umweltwand als Fassadendämmsystem

Genial einfach, dauerhaft, ohne Installation und Wartung – dafür steht die "Solare Umweltwand" mit zwei Systemen: Als Teil der Fassadendämmung wandelt sie Sonnenwärme in Heizenergie um; als lichtdurchlässige Fassadenkonstruktion sorgt sie für blendfreie Räume, oft ohne Verschattungsanlage und nahezu ohne Kunstlicht. In beiden Fällen ergibt sich eine Energiebilanz, die die Grenzwerte der EnEV klar unterbietet. Vom ökologischen Nutzen ist auch das Umweltministerium überzeugt: Es beteiligte sich an der Entwicklung. Zur Bau startet der Fachverband Transparente Wärmedämmung (FV TWD) eine umfassende Info-Kampagne. „Die Solare Umweltwand ist marktreif und gehört in jedes Energiekonzept“, stellt Verbands-Geschäftsführer Dr. Werner Platzer fest.
Mit der Solaren Umweltwand stehen neue Konstruktionen bereit, die Sonnenenergie nutzen und dadurch weniger fossile Energien verbrauchen. Sie ergänzt Solarthermie und Photovoltaik als „dritte Kraft der Sonne“ (Platzer).
Zwei Haupt-Funktionsprinzipien sind auf dem Markt: Zum einen erzielt die TWD als Teil der Fassadendämmung zusätzliche Solarwärmegewinne („Umweltwand mit Sonnentank“) zum anderen steuert sie das einfallende Licht, wenn sie in eine Funktions-Fassade im Büro- und Objektbau integriert wird („Umweltwand mit Tageslichtgewinn“). Beide Konstruktionen kommen ohne zusätzliche Installationen aus, sind nach dem Einbau also sofort einsatzfähig. Sie nutzen die Sonne als Licht- und Wärmequelle, benötigen aber keine Energiewandler oder -träger. „Entwicklungstechnisch High-Tech, anwendungstechnisch Low-Tech“ – bringt es der Fachverband auf eine Formel.


Tageslichtsysteme steuern den Lichteinfall der Sonne.
Sie sorgen für angenehmes, diffuses Licht. Kunstlicht bleibt
länger aus, Verschattungsanlagen sind nur selten notwendig
und geben Raum für neue Ideen in der Innenarchitektur

Umweltwand mit Sonnentank oder Tageslichtgewinn

Die Sonnenstrahlen der tief stehenden Wintersonne dringen durch die transparente Wärmedämmung und treffen auf die massive Wand. Diese erwärmt sich und gibt die Wärme an den Wohnraum ab – unabhängig vom Baustoff (z. B. Ziegel, Kalksandstein oder Beton). Optimal geeignet sind Wände mit hoher Rohdichte. Nebeneffekte der „warmen Wände“: Das Raumklima verbessert sich, die Strahlungswärme empfinden Menschen im Vergleich zur Konvektionswärme von Heizkörpern als angenehmer. Zudem sind warme Wände trocken und so weniger gefährdet, dass sie Schimmel befällt. Die Systeme gibte es als Vorhangfassade oder als Teil eines geklebten Verbundsystems. Damit es im Sommer wiederum nicht zu heiß in den Räumen wird, reflektieren spezielle Strukturen an der TWD-Oberfläche Sonnenstrahlen bei hohen Einfallwinkeln. Eine Alternative sind Elemente, die ein Gebäude einhüllen, ohne dass sie Wärme übertragen. Allerdings erwärmt sich das System selbst und wirkt so wie ein Wärmeschleier. Dieser blockiert die Transmission der Raumwärme nach innen.
Transparent, aber nicht durchsichtig – so bieten sich die Tageslichtsysteme für den Objekt- und Gewerbebau an. Durch ihren Aufbau gelangt Tageslicht in die Räume, allerdings diffus und sehr harmonisch, ohne Schlagschatten. Daher ist es in diesen Gebäuden angenehm hell. Scheint über den ganzen Tag das Licht gleichmäßig, führt dies beispielsweise zu idealen Arbeitsbedingungen in Werkhallen (TWD im Sheddach) oder in Museen zu konstant störungsfreier Präsentation der Exponate. Lampen und Leuchten können länger aus bleiben (weniger Stromverbrauch), Verschattungsanlagen werden seltener notwendig. Die Tageslichtsysteme kombinieren zudem einen guten U-Wert mit einem niedrigen g-Wert. Dadurch dämmen sie im Winter effektiv die Raumwärme und verringern im Sommer die Überhitzung durch die Sonne.

Erste Wahl im Solar-Mix

Die Solare Umweltwand ergänzt die Techniken Solarthermie und Photovoltaik. „Zwei spezielle Argumente machen die Solare Umweltwand allerdings zur ersten Wahl: Erstens lassen sich die Systeme einfach mit der ohnehin notwendigen Dämmung oder in die Glasfassade einbauen. Zusätzliche Installationsarbeiten entfallen. Zweitens fällt anschließend nahezu keine Wartung oder Pflege an“, stellt Dr. Platzer fest.

Weniger Öl, weniger CO2

Der Energieverbrauch hängt zwar immer vom Objekt und vom Verhalten der Bewohner ab. Als Kalkulationsgrundlage nennt der Fachverband 10 bis 13 Liter Öl-Ersparnis pro Jahr und Quadratmeter Umweltwand. Das entspricht etwa 13 bis 17 Kubikmeter Kohlendioxidgas. Dr. Platzer: „Schon bei einem Einfamilienhaus ergibt sich ein zusätzliches Einsparpotenzial gegenüber dem EnEV-Standard von 225 Kubikmeter Kohlendioxid pro Jahr – sogar mehr als 900 Kubikmeter sind möglich“. Das entspricht etwa 450 bis 1.800 Kilogramm. Der Bund fördert (z. B. über die KfW) Sanieren, wenn Mindest-Umweltschutz-Werte erreicht werden. Die Umweltwand kann in diesen Nachweis entsprechend einfließen.

Der Fachverband TWD wurde 1998 von Industrie und Wissenschaft (u. a. Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme, Institut für Fenstertechnik – ift) gegründet, um die Systeme technisch fortzuentwickeln und den Markt zu erschließen.

Berlin, 13.06.2005

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