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Design am Bau

Keine Frage des Preises - iF product design award 2005


Heiz-Wandgerät / Viessmann

Der Begriff Design wird oft mißbrauch. Mißbraucht, um den Preis der Ware zu rechtfertigen. Zusätzlich ist es ein Modewort geworden. Dabei bedeutet Design in seinem ursprünglichem Sinne die Verknüpfung von Ästhetik und Funktionalität. Was nützt uns beispielsweise ein schönes aber viel zu kleines Handy, bei dem unsere Finger zu groß sind, um je eine Rufnummerntaste zu treffen. Wir können uns über dessen Besitz freuen, es gut sichtbar ablegen, aber gebrauchen nicht. Umgekehrt verhält es sich ebenso. Stört uns die Form, obwohl die Funktionalität gegeben ist, ärgern wir uns bei jedem Gebrauch.

Die ästhetischen Empfindungen sind im im stetigen Wandel. Die Industrie reflektiert darauf, stellt immer neue Produkte vor, will dem Trend der Zeit voraus sein, dem Endkunden etwas bieten, möchte, das der Verbraucher Freude an ihren Produkten hat. Aber kümmert das den Verbraucher? Beispiel Heizung: Es wird besprochen ob Gas, Öl, Erdwärme oder Holz zum Einsatz kommen soll. Welcher Kessel letzlich eingebaut wird, wie er aussieht und bedienbar ist, wird oft erst nach dem Einbau einfach zur Kenntnis genommen. Dabei ist die Wahl keine Frage des Preises.
Weshalb orientieren sich so wenige Bauherren am Design? Ist es Ihnen egal? Darauf angesprochen eher nicht. Es kam ihnen nicht in den Sinn nach Alternativen zu fragen. Gleichzeitig scheint der Handel diesbezügliche Beratung aus dem Serviceangebot genommen zu haben.

Bei der Unterhaltungselektronik hat sich ein starkes Designbewußtsein durchgesetzt. Und warum nicht am Bau? Es macht doch Spaß einem gut designten Bagger beim Aushub seines Hauses zu zu schauen. Ebenso dem Handwerker, der mit seiner elegant aussehende Bohrmaschine eins geworden zu sein scheint, weil sie ihm so gut in der Hand liegt. Zudem arbeitet er froh gelaunter und flinker. Von der Maurerkelle bis zum Themparaturfühler der Heizung - alle Gegenstände haben ihr Design. Ist es gut, entsteht bei uns ein positives Gefühl.

Klar ist, auch bei der Industrie und den Bauausführenden gibt es nicht nur Befürworter des Designaspektes. Vertraut man doch gern auf Bewährtem. Doch es ist auch eine Chance. Die Chance sich langfristig am Markt zu behaupten, sich ab zu heben vom Durchschnitt, gleichzeitig die Zufriedenheit der Kunden zu steigern und damit seinen Umsatz zu erhöhen.


'iF gold selection' - der "Oscar"

Orientierung bieten unter anderem die Designwettbewerbe. Zwei der wohl weltweit wichtigsten Designpreise werden aus Deutschland heraus organisiert. Einer davon ist der 'iF product design award'.
Als sich im Jahr 1953 die Türen zur ersten „Sonderschau formgerechter Industrieerzeugnisse“ im Haus 8 auf dem Messegelände in Hannover öffneten, ahnte wohl keiner der damals Beteiligten, dass dies der Beginn einer nunmehr 52-jährigen Erfolgsgeschichte werden würde. Was als Initiative für eine zeitgemäße Formgestaltung gedacht war, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten über viele Stationen zu einer der international bedeutendsten Designinstitutionen gewandelt. Die von Herbert Lindinger entwickelten Bewertungskriterien wurden von zahlreichen anderen Wettbewerben übernommen. Das iF International Forum Design ist mit seinen Aktivitäten seit langem über die europäischen Grenzen hinaus bekannt und hat im vergangenen Jahr den international renommierten iF design award in zwei eigenständige, zeitlich versetzt ausgerichtete Wettbewerbe überführt: den iF product design award und den iF communication design award.
Mit 1.786 Produktanmeldungen aus über 30 Ländern und 460 studentischen Beiträgen hatte der 'iF product design award 2005' mehr als 2.200 Einreichungen zu verzeichnen. 543 von Ihnen wurden von einer kompetenten und international besetzten Jury ausgewählt. Die 50 besten Produkte eines Jahres bilden die Gruppe der 'iF gold selection'.



baukurier stellt hier einige der ausgezeichneten Arbeiten aus den Bereichen Bauen, Wohnen und Einrichten vor:

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Unter Frenklers Vorsitz beurteilte die Jury des iF product design award 2005, Sam Hecht (Industrial Facility, London/GB), Chul-ho Kim (KIDP Korea Institute of Design Promotion, Gyenggi-do/ROK), Bill Moggridge (IDEO, Palo Alto/USA), Fred Held (Held + Team, Hamburg), Uli Skrypalle (designafairs, München), Toyoyuki Uematsu (Matsushita Electric Industrial, Osaka/J), Prof. Werner Aisslinger (studio aisslinger, Berlin), Britta Pukall (Milani Design & Consult, Erlenbach/Zürich/CH), Peter Schreyer (Volkswagen AG/Volkswagen Design, Wolfsburg), Philipp Bree (BREE Collection, Isernhagen), Gioa Meller-Markovics (goia ltd, Venedig/I), Peter Thonet (Gebrüder Thonet, Frankenberg/Eder), Wen-Iong Chen (Nova Design, Taipei/TW), Peter Krouwel (Streetlife, Leiden/NL), Christophe Marchand (Zürich/CH), Manfred Spengler (ADAC, Laatzen), Peter Gammack (Dyson, Wiltshire/GB), Renny Ramakers (Droog Design, Amsterdam/NL) und Prof. Wolfgang Sattler (Schwäbisch Gmünd) die eingereichten Produkte auf der Basis der Bewertungskriterien Gestaltungsqualität, Verarbeitung, Materialwahl, Innovationsgrad, Umweltverträglichkeit, Funktionalität, Ergonomie, Gebrauchsvisualisierung, Sicherheit sowie Markenwert/Branding.

08. November 2005



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