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Kindertagesstätte in Dresden-Loschwitz

Schön sparsam


Foto: Volker Kreidler, Dresden/wurm architektur
Der Kindergarten in Dresden unterbietet mit dem
Gesamtenergiebedarf von nur 10 kWh /m≤a den
Passivhausstandard

Freundlich empfängt die neue Kindertagesstätte in Dresden-Loschwitz ihre kleinen und großen Gäste: Helle Fassaden mit leuchtend-farbigen Akzentflächen und Fenster sogar im Dach prägen die Atmosphäre. Betont wird dieses durch die gemischte Außenhaut: Die hinterlüftete Vorhangfassade (StoVerotec Innovent) mit sichtbaren Fugen und fugenlos verputzte Wände (gedämmt mit StoTherm Classic) zeigen ein spannendes Wechselspiel - und machen die "Kita" auch dämmtechnisch fit: Sie ist die erste in Sachsen, die den Passivhaus-Standard erfüllt.
CO2-Emissionen halbieren - dieses ehrgeizige Ziel formulierte der Dresdner Stadtrat 1994 für das Jahr 2010. Um selbst ein Signal zu setzen, hieß die Vorgabe für kommunale Bauten seit dem Passivhausstandard - beispielsweise für die neue Kindertagesstätte im Stadtteil Loschwitz. Die Kita, geplant und gebaut von wurm architektur (Ravensburg und Pirna), unterbietet diesen Standard sogar: Gedämmte Fassaden und effiziente Haustechnik senken den Energiebedarf auf 10 kWh / m≤a.

Die Wärme bleibt drinnen


Fotos: Helmuth Kloth, Berlin
Putz trifft Putz: An diesem Sockeldetail zeigt sich
die Harmonie der gleich strukturierten aber leicht
nuancierten Putzflächen - rechts als Panelfassade,
links das fugenlose System

Zum Energiekonzept gehören die kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung (ohne winterliche Vorerwärmung im Erdreich) und eine thermische Solaranlage, die 40 Prozent des Wärmebedarfs deckt. Sorgfältig geplante und ausgeführte Anschlussdetails sichern die Luftdichtheit. Der Blower-Door-Test ergab eine Luftwechselrate von 0,48/h. "Mit der Kindertagesstätte sind wir der Zeit voraus - vor allem, was öffentliche Gebäude angeht", resümiert Architekt Frieder Wurm.
Das gilt auch für den Wärmeschutz. Die gedämmten Kalksandsteinwände erreichen einen mittleren U-Wert von 0,11 W/m≤K. Seitenwände und Rückfront erhielten das Wärmedämm-Verbundsystem StoTherm Classic mit 30 cm dicken Polystyrol-Hartschaumplatten, geklebt und gedübelt. Die fugenlosen Flächen in hellem grau sind von der feinen Struktur des organisch gebundenen Kratzputzes (Stolit mit 1,5-mm-Korn) geprägt.
Genau diese Oberfläche - nur etwas dunkler - zeigt auch die dem Garten zugewandte Hauptfassade: Hier dämmt die Vorhangfassade StoVerotec Innovent. Basis sind Trägerplatten aus Recyclingglas, bereits im Werk verputzt und dann auf Maß einbaufertig auf die Baustelle geliefert. In Dresden entschieden sich die Architekten für eine (sichtbare) Schraubbefestigung auf den Tragprofilen der Aluminium-Unterkonstruktion. Alternativ können die Platten mit verdeckt liegenden Agraffen befestigt werden. Als Wärmedämmung kamen zwei Lagen Mineralwolle mit 26 Zentimetern Gesamtdicke zum Einsatz, mit einem dunklen Vlies kaschiert, damit der Dämmstoff nicht durch die Systemfugen scheint. Die Stirnkanten der Putzträgerplatten sind angefast und bilden so Tropfnasen für den Wasserabfluss.

Grau ist nicht farblos


Foto: Das dezente Fugenbild der Trägerplatten
sowie die markanten Balkone und die
Sonnenschutzanlage prägen die Fassade

"Wir wollten die homogene Struktur des Gebäudes aufbrechen, ohne das Materialsystem Putz zu verlassen", beschreibt die verantwortliche Architektin, Wieke Felchner-Radig, die Intention der Fassadenkombination. "Die sichtbaren Fugen in der Putzfläche der Gartenseite verblüffen den Betrachter und zeigen zugleich - ganz im Sinne der Material-Ehrlichkeit - die hinterlüftete Fassadenkonstruktion an."
Der Sonnenschutz, die kräftigen Farbtupfer - oranges Treppenhaus und rote Balkonbrüstungen - beleben die Fassaden, Farbakzente setzen sich im Innern fort. Mit offenem Raumkonzept bietet die Passivhaus-Kita heute 90 Kindern Platz zum Spielen und Toben.












Bautafel

Objekt: Passivhaus-Kindergarten, Dresden-Loschwitz

Bauherr: Landeshauptstadt Dresden, Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen

Planung: wurm architektur, Ravensburg und Pirna

Dämmsysteme: StoTherm Classic, StoVerotec Innovent Fassade

Verarbeiter: HBB GmbH, Dresden


18.07.2005


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