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Finanzen

Innovationsförderung

262 Millionen Euro für Unternehmensgründungen


Um für innovative Ideen die notwendige Anschubfinanzierung zur Verfügung zu stellen, hat die Bundesregierung gemeinsam mit den "Partnern für Innovation" einen Gründerfonds für technologieorientierte Unternehmensgründungen aufgelegt.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement gab am 29. August in Berlin zusammen mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der BASF, Eggert Voscherau, und dem Sprecher des Vorstandes der KfW-Bankengruppe, Hans W. Reich, den offiziellen Startschuss für den High-Tech Gründerfonds. Technologieorientierte Gründer können ab sofort eine Finanzierung aus dem Fonds beantragen.

Risikokapital für erfolgversprechende Unternehmen

Clement erläuterte die Zielsetzung des Gründerfonds: "Er schließt eine wichtige Lücke in der Finanzierung neugegründeter Technologieunternehmen. Künftig darf es nicht mehr passieren, dass erfolgversprechende Gründungen in der Spitzentechnologie an der Finanzierung scheitern und dadurch marktreife Forschungsergebnisse nicht umgesetzt werden können."
Der High-Tech Gründerfonds stellt den Unternehmen bis zu 500.000 Euro im Rahmen einer ersten Finanzierung zur Verfügung. Die Mittel werden den Gründern in einer Kombination aus Eigenkapital und Nachrangdarlehen zu attraktiven Bedingungen angeboten. Die Gründer selbst steuern 20 Prozent der Mittel als Eigenkapital bei, für Gründer aus den neuen Ländern und Berlin sind es zehn Prozent. Die Finanzierung ist so konzipiert, dass die neu gegründeten Unternehmen ohne Abstriche weitere Forschungszuschüsse in Anspruch nehmen können. Der High-Tech Gründerfonds wendet sich insbesondere auch an angehende Gründer, die mit den Förderprogrammen EXIST-Seed und EXIST-GO des Ministeriums für Bildung und Forschung auf die Gründung vorbereitet wurden.
Der High-Tech Gründerfonds ist ein gemeinsames Projekt der Bundesregierung, der Unternehmen BASF, Deutsche Telekom und Siemens sowie der KfW-Bankengruppe im Rahmen der Initiative "Partner für Innovation". Insgesamt stehen in den nächsten fünf Jahre 262 Millionen Euro zur Verfügung, davon allein 240 aus dem Bundeshaushalt.

Innovationskriterien

Unternehmensalter: Aufnahme der Geschäftstätigkeit = 1 Jahr, klein i.S. d. EU: = 50 Beschäftigte = 10 Mio. EUR Bilanzsumme oder Jahresumsatz, Standort und Sitz des Unternehmens befindet sich in Deutschland, die Mehrheit der Unternehmensanteile befindet sich in Händen des Managements.

Inhaltliche Kriterien zum Geschäftskonzept

Technologieorientierung: Ein F&E-Projekt bildet den Kern des Unternehmens. Die Weiterentwicklung der Technologie soll einerseits anspruchsvoll andererseits aber auch so anwendungsnah sein, dass sie mit der Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds mindestens bis zum Prototypen oder einem "proof of concept" führt. Technologisches Know-how muss im Unternehmen selbst gebunden sein, Schutzrechte und geistiges Eigentum sollen dem Unternehmen uneingeschränkt und exklusiv zur Verfügung stehen bzw. ins Unternehmen eingebracht werden.

Ein hoher Innovationsgrad begründet einen strategischen Wettbewerbsvorteil und ein deutliches Alleinstellungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern. Der Kundennutzen, der sich aus der Innovation ergibt, ist klar erkennbar. Die adressierten Märkte weisen ein nennenswertes Volumen auf oder lassen ein hohes Wachstumspotenzial erwarten. Wettbewerber können die Innovation nicht leicht imitieren, sondern sehen sich möglichst hohen Eintrittsbarrieren gegenüber.

Insgesamt ergibt sich ein günstiges Chancen-/Risikoprofil im Verhältnis zum Kapitalbedarf.

Anforderungen an das Management des Gründungsunternehmens:

Persönliche Qualifikation des Managements: hohe Motivation, Überzeugungskraft, Durchhaltevermögen, Einsatzbereitschaft und Erfolgswillen sowie technologisch-naturwissenschaftliches und grundsätzlich kaufmännisches Know-how, Bereitschaft, ggf. fehlende Qualifikationen im Management zu ergänzen, Bereitschaft, Schutzrechte im Eigentum des Gründers in das Unternehmen einzulegen, ein finanziell angemessenes Engagement am Unternehmen

Die Finanzierung soll über einen Zeitraum von 18 Monaten gesichert sein. Liquiditäts-, Umsatz- und Ergebnisplanungen sind realistisch und plausibel.

29. August 2005


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