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Palau De Les Arts Reina Sofia

Bei jedem Glühbirnenwechsel ein Gerüst aufbauen?



Als der berühmte spanische Architekt, Santiago Calatrava, den Palau De Les Arts Reina Sofia (der auch als Opernhaus der Königin Sofia bekannt ist) entwarf, sah er sich mit der Herausforderung konfrontiert, wie man die 6.000 Quadratmeter Glass im obersten Teil des Gebäudes reinigen und die Glühbirnen in 75 Meter Höhe austauschen könne.

Die Hauptkomponenten dieses 44.100 Quadratmeter großen Gebäudes, in dem kulturelle und künstlerische Ereignisse wie Opern, Tanzveranstaltungen und Theatervorstellungen stattfinden, sind zwei Auditorien und ein Saal für Kammermusik. Die dramatische Konstruktion des Palau De Les Arts Reina Sofia, der am 8. Oktober 2005 von der spanischen Königin Sofia offiziell eröffnet wurde, soll der Außenwelt einen Eindruck von den künstlerischen Aktivitäten vermitteln, die sich im Innern des Gebäudes abspielen.

Wenn man einmal das eindrucksvolle Äußere außer Acht läßt versteht man, welche Herausforderungen die Instandhaltung einer derartigen Konstruktion mit ihren unregelmäßigen Formen aufwirft. Ein wichtiger Teil der Bauarbeiten war die Einrichtung eines Systems, das dem Wartungspersonal ein sicheres Arbeiten in größeren Höhen ermöglicht. Das größte Hindernis lag dabei in der Umsetzung dieses Systems, denn man wollte ja den besonderen Charakter dieses Gebäudes nicht zerstören.

Die hohen Decken, die gewölbten Wände und der fehlende Zugang zum Dachbereich bedeuteten für den Architekten, daß seinen Möglichkeiten enge Grenzen gesetzt waren. Wenn man die Form des Gebäudes betrachtet, sieht man eine Anzahl anscheinend willkürlich angeordneter Räume, die durch ihre Verkleidung zu einer Einheit werden, eingebettet in zwei gleichmäßig ausgeschnittene Betonmuscheln mit einem Gewicht von 3.200 Tonnen. Das Gebilde ist mit einer geschwungenen 230 Meter langen und 75 Meter hohen Stahlhülle geschmückt.

Calatrava erläutert das Ausmaß seines Problems: "Das Hochziehen eines Gerüstes nur für das Inspizieren eines Fensters oder das Auswechseln einer einzelnen Glühbirne würde ungeheure Kosten verursachen und möglicherweise auch das Gebäude beschädigen. Das störende Tragwerk hätte auch bedeutet, daß einige Bereiche des Gebäudes für die Dauer des Errichtens und des Abbaus des Gerüstes längere Zeit nicht mehr hätten benutzt werden können."

"Die 'Trencadis' (gebrochene Keramikfliesen), mit denen die Muscheln außen verkleidet sind, verhinderten den Einsatz herkömmlicher Fallschutzsysteme, da man diese in die Muscheln verankern müsse, was ein häßlicher Anblick sei. Außerdem hätte sowohl ihre Befestigung als auch ihre Verwendung aufgrund der gewölbten Form des Gebäudes Probleme aufgeworfen. Die einzig denkbare Lösung bestand somit in der Anbringung eines Systems im Innern des Gebäudes, das sich für das bloße Auge des Betrachters kaum sichtbar in die Konstruktion einfügen würde," fährt Calatrava fort.



Diskretes Design
Calatrava entschied sich für das UniRail-System des Fallschutzspezialisten Uniline Safety Systems als beste Lösung vor. UniRail ist ein System, das aus Einzelschienen besteht, die sich auf verschiedene Art und Weise zusammenbauen lassen und das mit Hilfe von Seilen, Arretierungen und Fallsperren mehreren Personen gleichzeitig "in den Seilen hängend" Zugang zu den einzelnen Gebäudebereichen verschafft. Dank seiner Anpassungsfähigkeit kann das System an praktisch allen Oberflächen sicher angebracht werden und problemlos Kurven, Ecken und Änderungen im Gefälle überwinden. Dies war aufgrund der gewölbten Formen des Gebäudes und der vielen verschiedenen Materialien, die bei seinem Bau Verwendung gefunden hatten, eine der Hauptforderungen an das System.

Die Schienen sind vom Gebäude selbst kaum zu unterscheiden und sobald sie erst einmal an Ort und Stelle angebracht sind schwingen sie frei zwischen den Fixierungen hin und her. Dadurch können sowohl das System als auch das Gebäude selbst sich problemlos ganz natürlich ausdehnen und wieder zusammenziehen. Somit kann das Wartungspersonal sich durch das Seil gesichert ungehindert und mit größter Leichtigkeit frei bewegen.

Die Installation des Systems war aufgrund der strikten ästhetischen Vorgaben des Architekten ein behutsamer Vorgang. Das Schwierigste war die Positionierung des Systems, so daß die Winkel den Anforderungen des Ingenieurs entsprachen, ohne dadurch den Bewegungsspielraum der Seilbefestigung zu beeinträchtigen. Beim Einbau des Systems wurden mehr als 2.500 Meter Schienen, für das ungeübte Auge völlig unsichtbar, in die Decken und Wände des Gebäudes eingelassen. Das Personal hat eine Qualifikation in Form einer Zertifizierung für die Verwendung von Seilen als Zugangshilfen erlangt und ist mit den Sicherheitsanforderungen gut vertraut, so daß es Reinigungs- und Wartungsarbeiten am Gebäude ohne Gefahr für das eigene Leben oder das Leben anderer und ohne Schaden am Gebäude zu verursachen, ausführen kann.

02. März 2006


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