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Umweltthemen auf der shk Hamburg 2005

14. Messe für Sanitär - Heizung - Klempner - Klima vom 23. bis 26. November auf dem Hamburger Messegelände


Foto: Stephan Wallocha 

Neueste Beispiele aus verschiedenen Bereichen alternativer Energiegewinnung und der besonders effizienten Energienutzung zeigen Aussteller und Sonderschauen der shk Hamburg 2005, der 14. Messe für Sanitär - Heizung - Klempner - Klima vom 23. bis 26. November auf dem Hamburger Messegelände.

Der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) präsentiert als Kooperationspartner der shk Hamburg 2005 eine Sonderschau zum Thema "Erneuerbare Energien in Gebäuden" (Halle 12 EG). Sie informiert anhand von Schautafeln und Vorträgen über die Entwicklung, aber auch den Status Quo der verschiedenen Systeme zur Wärmegewinnung aus regenerativen Energien. Im Mittelpunkt stehen die Solartechnologie mit der solarthermischen Nutzung und der Photovoltaiktechnik, die Verwendung nachwachsender Rohstoffe, wie beispielsweise Holz (Pellets, Hackschnitzel), sowie die Gewinnung von Energie aus Erde, Wasser und Luft mittels Wärmepumpen.

Energieeinsparung durch Lüftung ist das Thema der Sonderschau "Klima - neue Geschäftsfelder" (Halle 12 EG). Schwerpunkt ist hier die "kontrollierte Wohnraumbelüftung" als wesentlicher Komfortfaktor für Gebäude und Räume, die im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) durch effektive Dämmung und hermetisch schließende Fenster und Türen energetisch optimiert wurden. Viele Branchenvertreter sehen hier einen Zukunftsmarkt, in dem in erster Linie der Mensch in seinem Wohnraum im Mittelpunkt steht.

Wie ein kompaktes Brennstoffzellengerät auf Basis des Energieträgers Heizöl aussehen könnte, erläutert das Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) den Besuchern der shk Hamburg 2005 in Halle 14 auf Stand 309. Die Brennstoffzellentechnologie vereint die Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit niedrigen Schadstoffemissionen. Die in Hamburg ausgestellte Studie beinhaltet die komplette Prozesskette, von der Brenngaserzeugung über die Synthesegaserstellung bis zur elektrochemischen Umsetzung in einer Niedrigtemperaturbrennstoffzelle (PEM) und der Oxidation von Wasserstoffrestgehalten im Brennstoffzellenabgas. Die anfallende Wärme kann als Heizenergie genutzt werden.


Foto: Stephan Wallocha 

Wie man auch Kälte und nicht nur Wärme aus Sonnenlicht gewinnen kann, präsentiert Conergy auf der shk Hamburg 2005. Neben seiner kompletten Produktpalette an leistungsfähigen solaren Wärmesystemen informiert Deutschlands umsatzstärkstes Solarunternehmen auch über die Aspekte solarer Kühlung. Denn der Kühlbedarf steigt und fällt nahezu zeitgleich mit dem Angebot an Sonnenenergie. Dieser Effekt wird genutzt, um Strom zu sparen und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Beispiele dieser innovativen Technologie finden Interessierte in Halle 7 auf Stand 208 EG.

An Elektro- und Heizungsfachbetriebe wendet sich einer der größten Anbieter von Photovoltaik-Anlagen in Norddeutschland, EWS (Energie aus Wind und Sonne) aus Handewitt. Auf der shk Hamburg stellt EWS Produkte der europäischen Marktführer für Solarmodule (Shell Solar), Wechselrichter (Fronius) und Pelletheizungen (ÖkoFEN) vor. Als Partner des Handwerks bietet EWS Installateuren neben Schulung und Verkaufsförderung auch Erstmontagehilfen durch erfahrene Monteure des Unternehmens. EWS wurde mit dem Umweltpreis des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet (Halle 14, Stand 14.107 A).

Was in der betrieblichen Praxis schon Gang und Gebe ist, kann nun immer häufiger auch auf Verbands- und Innungsebene angetroffen werden: Der Zusammenschluss von Elektro- und SHK-Gewerken. Sind diese Allianzen aus der wirtschaftlichen Not geboren? Oder ist hier ein Trend zu erkennen; wächst hier zusammen, was zusammen gehört? Ein Thema, das auch auf der shk Hamburg 2005 heiß diskutiert werden dürfte.

Betrachtet man die aktuellen Produkte vieler Hersteller, wird klar, dass die technologischen bedingten Anforderungen an die Installation und Wartung durch ein Gewerk allein nur noch bedingt erfüllt werden können. So sieht es zumindest Obermeister Harald Mausolf von der Innung für Gebäude- und Informationstechnik Kreis Delmenhorst Land. Der gelernte Zentralheizungs- und Lüftungsbau-Meister steht einer Innung vor, die vor einem Jahr als eine der ersten bundesweit aus dem Zusammenschluss von Elektro- und SHK-Gewerken entstand. Mausolf: "Ohne ausreichende Fachkenntnisse aus den Bereiche Elektro-, Sanitär- sowie Heizungs- und Klimatechnik werden Sie zunehmend Probleme bei Installation und Steuerung von Solar-, Heizungs- und Klimaanlagen bekommen. Ein Gewerk allein kann den komplexen Anforderungen der modernen Gebäudetechnik nicht mehr gerecht werden."


vlnr: Rolf Richter, Landesinnungsmeister des SHK-Fachverbandes Schleswig-Holstein und Dr. Heinrich-Hermann Schulte, Präsident des BDH
Foto: Katrin Neuhauser 

Der Verbandspräsident des BDH, Dr. Heinrich-Hermann Schulte, erläuterte erst kürzlich in einem Interview mit der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC), wie die Position seines Verbandes im Bezug auf die Qualifikation des Handwerks sei. Schulte forderte mit Blick auf die noch immer schwelende Diskussion um den Meisterbrief die klare Unterstützung des Handwerks durch die Politik: "Wir legen großen Wert darauf, dass diese höchste Qualifikation des Handwerks erhalten bleibt. Denn wir sind von Seiten der Industrie in zunehmendem Maße darauf angewiesen, immer komplexere Produkte auf den Markt zu bringen, die miteinander kombiniert werden müssen. Und dies erfordert wirklich allerhöchste Kompetenz von Seiten des Handwerks. Im Bezug auf Energie-Pass und den Markt erneuerbarer Energien betonte Schulte: "Für das SHK-Handwerk ergeben sich hieraus hochinteressante zusätzliche Tätigkeits- und Geschäftsfelder." Zwingende Voraussetzung hierfür sei jedoch eine noch höhere Qualifizierung in bestimmten Bereichen.

Zukunfts-Visionen wie die Smart-House-Projekte der Zentralverbände schließen bei der ganzheitlichen Gebäudeautomation wie selbstverständlich die Gewerke übergreifenden Fachkenntnisse mit ein. Und Kooperationen zwischen Handwerksbetrieben sind schon lange gängige Praxis, da die meisten Projekte - ganz gleich ob Bad-Sanierung, Heizung, Klima oder Solar - häufig nur gemeinsam gestemmt werden können. Und häufig gehen diese ganzheitlichen Lösungen schon weit über das übliche "Alles-aus-einer-Hand-Angebot" hinaus.

Handwerker-Allianzen, die auch die Funktion des Bauträgers anbieten oder in das Facility-Management einsteigen, sind keine Seltenheit mehr. "Hier müssen die Innungen und Verbände Angebote schaffen. Auch bei uns wird die Marktwirtschaft, werden Angebot und Nachfrage über die Zukunft entscheiden", unterstreicht Obermeister Harald Mausolf. "Die Vorteile liegen auf der Hand", erklärt der Handwerksmeister aus Delmenhorst. "Die Synergie-Effekte durch die Zusammenlegung sind enorm, nicht nur wirtschaftlich. Die Möglichkeiten bei der Betreuung und Schulung der Betriebe hat stark zugenommen. Und letztlich nimmt auch die politische Schlagkraft zu." Zu agieren anstatt zu reagieren, das ist der Rat von Harald Mausolf an die Kollegen. "Der Markt gibt uns seit langem vor, wohin die Reise geht. Da ist es besser, sich bei Zeiten darauf einzurichten, statt irgendwann von politischen Vorgaben eingeholt zu werden."

Zur shk Hamburg 2005, die in acht Hallen stattfindet, werden etwa 400 Aussteller aus rund 20 Nationen erwartet. Erstmals auf der Messe für Sanitär - Heizung - Klima - Klempner wird in diesem Jahr die erste neue, hochmoderne Halle 14 der Neuen Messe Hamburg mit genutzt werden; hier präsentieren sich auf 10.000 Quadratmetern Fläche alle großen Hersteller der Heizungsindustrie. Die 14. Messe für Sanitär - Heizung - Klempner - Klima findet vom 23. bis 26. November 2005 auf dem Hamburger Messegelände statt. Sie wird ideell unterstützt von den Fachverbänden Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen ist Schirmherr. Die shk Hamburg ist von 9 bis 18 (Samstag bis 16) Uhr geöffnet; der Eintritt kostet 12 Euro, für Schüler, Studenten und Auszubildende 5 Euro.

25. Oktober 2005


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