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>>> EinzelgewerkDer Sonne abgegucktDecken die strahlend Wärme verteilen
"Glauben Sie mir, dies war der einzige Weg als "kleiner Mann" was Großes zu bewegen und dabei einigermassen unabhängig zu bleiben.", sagt er. Er hat es geschafft. Seine Idee ist Wirklichkeit geworden und verkauft sich erfolgreich. Rund 30.000 Quadratmeter Decke wurden bereits verbaut, obwohl der eigentliche Start der Vermarktung der Klimadecke erst für das Frühjahr 2006 geplant ist. Heute ist Armin Bühler für Entwicklung und Vertrieb bei der Schmid Ziegelsysteme GmbH zuständig. Und, so genial wie seine Idee ist auch die Konstellation der Arbeits- bzw. Auftraggeber und -nehmersituation. Er arbeitet also für den Inhaber Herrn Otto Staudacher und ist gleichzeitig dessen Lizenzgeber. Die sanfte Wärmestrahlung erwärmt alle Stoffe die im Strahlungsfeld, also unter der Klimadecke liegen. Dies führt zu angenehm warmen Oberflächen. Egal ob es sich dabei um Fußboden, Wände oder die Möbel handelt. Alle Oberflächen erwärmen sich auf cirka 22 bis 23 Grad Celsius. Selbst (Fenster-) Glas, dass bei Luftheizungssystemen immer kalt ist, wird durch die Strahlungswärme etwa 20 Grad Celsius warm. Es gibt also keine "kalten Ecken" mehr. Die warmen Oberflächen führen zu trockeneren Wänden und damit zu verbesserten U- Werten. Ein weiterer Nebeneffekt der warmen und trockenen Oberflächen ist, dass Schimmelbildung praktisch unmöglich wird. Zudem wird durch das Prinzip der Strahlungswärme und der damit um rund 3 bis 4 Grad niedrigeren Lufttemperatur zusätzlich etwa 20 bis 30 Prozent an Heizkosten gespart.
Mit benötigten Heizwassertemperaturen (Vorlauftemperatur) von etwa 28 bis 35 Grad Celsius stellt diese Decke das ideale System zur Wärmeverteilung bei Wärmepumpen und Solaranlagen dar. Aber auch herkömmliche Heizsysteme profitieren von der niedrigen Betriebstemperatur die zu deutlich niedrigeren Brennstoffkosten und Umweltbelastungen führt. Die Temperatur der Deckenoberfläche liegt mit etwa 25 Grad Celsius bis 28 Grad Celsius deutlich unter der Körpertemperatur und führt deshalb in keinem Fall zu einem "heißen" oder "dicken" Kopf da der ja selbst mit einer Temperatur von cirka 32 Grad Celsius wärmer als die Decke ist. Soll der Raum abgekühlt werden, wird den Rohren kaltes Wasser zugeführt. Die Decke "zieht" damit die Wärme nach oben und kühlt so den Raum. Bereits bei Vorlauftemperaturen von rund 18 Grad Celsius wird eine Kühlleistung von etwa 50 W/Quadratmeter Deckenfläche erzielt.
Doch was, wenn die Deckenlampe den Platz ändern soll, Vorhänge an die Decke angebracht oder ein Regal zwischen Boden und Decke verankert werden soll? "Für einige typische Bohrungen tragen wir bereits bei Planung und Produktion der Decke Sorge. So wird zum Beispiel bei den Außenwänden im Abstand von etwa 20 Zentimeter auf den Einbau von Leitungen verzichtet. Die Heizleistung der Decke ist genügend hoch so das auf diese Fläche in der Regel verzichtet werden kann.", gibt Bühler Auskunft. Ausnahme sind kleine Bäder oder sonstige sehr kleine Räume, Auch wird um die bereits werkseitig eingebauten Elektro-Leerdosen ein "Sicherheitsabstand" eingeplant. Genügt dies nicht gibt es für die Ortung der Rohre drei Möglichkeiten: 1. Die Sichtprüfung Mit einem Flachschlitz- Schraubendreher (7 mm Klinge) wird in den Putz gestochen und gedreht. So als ob man eine Schraube heraus drehen möchte. Es entsteht ein kreisrundes Loch. Ist Ziegel sichtbar kann gebohrt werden. Kommt ein Rohr zum Vorschein muss das Bohrloch um maximal 0,8 Zentimeter verrückt werden. Die Lampe oder deren Baldachin deckt die Prüfstelle im allgemeinen ab. 2. Die Feuchteprüfung Die Decke wird, sobald sie abgekühlt ist mit Wasser (entkalkt) mittels eines Pflanzensprühers befeuchtet. Sobald wieder angeheizt wird sind die Rohre für etwa 10 bis 20 Minuten "sichtbar" da direkt unter ihnen das Wasser schneller abtrocknet Nachteil: Diese Variante klappt nur wenn die Decke bereits beheizt werden kann. Auch muss eine warme Decke erst abkühlen. Vorteil: Es lässt sich ein exakter Überblick über alle Rohre in der Decke gewinnen. Dies ist interessant wenn zum Beispiel für eine Lampensystem oder Werbetafeln ein Seilsystem gespannt werden soll. 3. Die Metallortung Mit Hilfe eines Metallsuchgerätes kann genau bestimmt werden ob und wo gebohrt werden darf. Als Gerät der Wahl hat sich dabei das Metallortungsgerät Bosch DM O 10E, bzw. dessen Nachfolgemodell, DMF 10Zoom herausgestellt. "Ich persönlich wende meist Variante 1 an, arbeite aber auch gerne mit dem Bosch DM 0 10E (also Variante 3 - Anm. der Redaktion). Die letzten 4 Jahre habe ich bestimmt schon 150 Bohrstellen markiert und noch nie ein Rohr erwischt.", sagt Bühler.
Durch Optimierung des Produktionsablaufes ist die Klimadecke miitlerweile ebenso preiswert wie eine Fußbodenheizung. Investitions-, Wartungs- und Energiekosten im Vergleich können Sie hier anschauen. Als bukurier mit Herrn Bühler spricht kommt ein weitere Auftrag ins Haus. "Übrigens haben wir gerade den ersten Auftrag erhalten in dem eine Klimadecke aus Ziegeln als Stahl-Verbundbau Konstruktion über einem Dach mit 2000 Quadratmetern eingesetzt wird.", strahlt er. Für das Entwicklungszentrum in Seefeld, kurz vor Starnberg bei München, hat Hebel den Auftrag erteilt. Schmid Ziegelsysteme hat schon jetzt sein Auftragsvolumen für das kommende Jahr verdoppelt. Das ist um so erfreulicher als die gesamte Baubranche seit nun mehr 10 Jahren von dramatischen Rückgängen gekennzeichnet ist. Otto Staudacher hat sogar in ein neues Werk investiert, welches seit 10. Oktober in Betrieb ist. Ziel ist die schrittweise Ausweitung der Kapazität auf etwa 120.000 Quadratmeter.
19. Oktober 2005 |
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Technischer Ansprechpartner + © Erika Winterfeld |
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