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>>> EinzelgewerkDACH+WAND 2006Pflicht zu Energieausweisen hat Auswirkung auf Wärmedämmung von Dächern und Fassaden
Beim Autokauf ist der vorherige Blick auf die Angaben zum Benzinverbrauch längst eine Selbstverständlichkeit. So wie die Fahrzeugbranche um das 3-Liter-Auto kämpft, könnte sich künftig die Bauwirtschaft um das 7-Liter-Haus bemühen. Denn bereits seit 2002 muss für alle neugebauten Häuser ein so genannter Energiepass ausgestellt werden, aus dem die Höhe des jährlichen Energiebedarfs hervorgeht. Energiegerecht geplante und gut gedämmte Neubauten können derzeit schon Werte um 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr (kWh/m² a) erreichen. Umgerechnet auf den Brennstoffverbrauch sind dies 7 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr - eben das 7-Liter-Haus. In Zukunft wird es die Pflicht zur Deklaration des Energieverbrauchs nicht nur für Neubauten, sondern auch für bestehende Gebäude geben, und zwar immer dann, wenn Häuser oder Wohnungen verkauft oder neu vermietet werden sollen. Die Einführung von Energieausweisen geht auf eine EU-Richtlinie zurück und nahm im Juli 2005 ihre letzte parlamentarische Hürde im Bundesrat. Derzeit werden die Ausführungsbestimmungen und Detailregelungen erarbeitet, so dass mit einem pünktlichen in Kraft Treten zum 1.1.2006 gerechnet werden kann. Fachleute erwarten die Einführung mit Übergangsfristen. Bauherrn und Hausbesitzer müssen den Energiecheck ihres Hauses deshalb nicht sofort ausführen lassen. Doch wenn ein Verkauf oder die Neuvermietung für die Folgezeit geplant sind, sollten sie sich rechtzeitig über die Bedingungen für den Energieausweis und vor allem über eine eventuelle Verbesserung der Energiebilanz des Gebäudes informieren. Als eine der ersten Fachmessen im kommenden Jahr nimmt sich die DACH+WAND 2006 dem Thema Wärmedämmung und Energieeinsparung bei Gebäuden an. Das Thema stellt traditionell einen Schwerpunkt auf der internationalen Leitmesse der Bedachungsbranche dar. Vom 15. bis 18. Februar 2006 werden auf dem neugestalteten Messegelände in Köln neben den Herstellern von Dachdeckungen, Flachdachabdichtungen und Fassadenbekleidungen auch eine Reihe namhafter Dämmstoffhersteller vertreten sein. Dachhandwerker, Architekten und Ingenieure, aber auch Bauherren, Hausbesitzer oder Investoren können auf den Messeständen neue und bewährte Problemlösungen für energieoptimierte Gebäude unmittelbar in Augenschein nehmen und miteinander vergleichen. Auf den Messeständen stehen die Experten für die Beratung zu den geeignetsten Verfahren und Systemen bereit. Denn zu vergleichen gibt es bei der Wärmedämmung einiges. Es beginnt schon bei der Auswahl des geeigneten Materials aus einer der drei möglichen Gruppen an: Neben den industriell hergestellten Dämmstoffen aus Mineralfasern oder Kunststoff-Hartschäumen gibt es die Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, also etwa aus Schafwolle, Hanf und Holzfasern oder alternativ sogar Altpapier. Sehr unterschiedlich sind auch die Einbaumöglichkeiten der Wärmedämmung im geneigten Dach. Kann diese doch auf, unter oder zwischen den Dachsparren angeordnet werden. Die Entscheidung hängt vom Aufbau der Dachkonstruktion im konkreten Fall ab und wesentlich auch davon, wie dick gedämmt werden soll bzw. muss. Denn nach der Energieeinsparverordnung EnEV müssen Dächer, die neu oder umgebaut werden, eine bestimmte Wärmedämmqualität erreichen. Den gesetzlich vorgeschriebenen Wärmeschutz kann der Bauherr von Architekten oder Ingenieuren ermitteln lassen. Bei Dachsanierungen übernehmen oft auch Dachdecker diese Leistung, weil sie den besten Überblick über den Zustand und die Bauweise des Dachs haben und weil sie so ihrem Selbstverständnis als kompetente Energieberater gerecht werden. Die Wärmeschutzberechnung für das Dach und die Fassade fließen - zusammen mit anderen Parametern, etwa der Fenster und der Heizung - in die Angaben des Energieausweises ein, der den gesamten durchschnittlichen Energieverbrauch des Hauses dokumentiert. Gerade unter dem Eindruck steigender Energiepreise können dann Kauf- und Mietinteressenten auch den Energieverbrauch bei ihrer Objektauswahl zugrunde legen. Mit einem 7- oder 8-Liter-Haus dürfte der Vermieter bzw. Verkäufer gute Aussichten auf einen Vertragsabschluss haben. Unsanierte Altbauten hingegen, die oft noch bei 18 bis 30 Litern liegen, könnten sich zu Ladenhütern im Immobiliengeschäft entwickeln. 07. Oktober 2005 |
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Technischer Ansprechpartner + © Erika Winterfeld |
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