Fertighäuser sind teurer geworden

Foto: HufHaus Typ: Montreux
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Trotzdem leichter Anstieg des Absatzes
Fertighäuser haben ihren Marktanteil in den letzten Jahren nur minimal steigern können. Mit einer Fertighaus-Quote von 13,2 Prozent ist das Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Wachstumschancen gäbe es durch Fokussierung auf die Faktoren Convenience, Preissicherheit und architektonische Qualität ergibt eine Studie der Interconnection Consulting Group.
Im Jahre 2004 wurden in Deutschland 19.636 Fertighäuser errichtet, während insgesamt knapp 170.000 Ein- und Zweifamilienhäuser erbaut wurden. Das entspricht einer Fertighausquote von 13,2 Prozent. In den vergangenen 4 Jahren entwickelte sich der Fertighausmarkt nur geringfügig besser als der gesamte Ein- und Zweifamilienbau. Von den 19.636 Fertighäusern entfallen 12.898 auf den industriellen Holzfertigbau, weitere 5.902 Häuser sind so genannte Zimmermannshäuser, die von Kleinbetrieben produziert werden. . Der Massivfertigbau hat mit 4,2 Prozent den geringsten Anteil an den Fertighäusern. Nur 836 Häuser werden in dieser Bauweise errichtet. Auch in den nächsten beiden Jahren wird der industrielle Fertigbau kaum schneller wachsen als der Gesamtmarkt.
"Warum die Fertighausquote in Deutschland nur 13,2 Prozent beträgt, während sie in Österreich bei 33 Prozent liegt, und in Skandinavien einen Anteil von mehr als 50 Prozent hat, hat mehrere Ursachen", erläutert Elisabeth Shores von der Interconnection Consulting Group. "Vor der Änderung der Bauweise bedarf es einer Änderung in den Köpfen der Bauherren." Dem langfristigen und kostenintensiven Imageaufbau für das Fertighaus steht eine atomisierte Branche von eher kleinen und mittleren Unternehmen entgegen. Einen starken Marktführer, der diesen Imagewandeln forcieren und finanzieren könnte, gibt es nicht. In Österreich hat diese Rolle der Marktführer Elk übernommen, der mit der Übernahme von Bien-Zenker eine ähnliche Situation in Deutschland strebt.
Der seit Jahren stark rückläufige Wohnbau hat zu massiven Preisrückgängen aufgrund der Überkapazität geführt. Der industrielle Fertigbau kann derartige Preissenkungen nicht mit steigenden Kosten vereinbaren. Somit gibt es in vielen Fällen keinen oder nur geringe Preisvorteile. Hauptargumente für Fertighäuser sind Preis- und Planungssicherheit, die Möglichkeit Vorabbesichtigung des gewünschten Hauses und die Vermeidung des Baustellenstress. Diese Stärken müssen den von der gesamten Branche den potenziellen Hausbauern vermittelt werden, um das bestehende Potenzial auszuschöpfen.
Mit einem Volumen von 1.356 Häusern beträgt die Exportquote 2004 nur 10 Prozent. Dieser Wert wurde in den letzten Jahren massiv gesteigert, um den sinkenden Inlandsmarkt auszugleichen, was nur zum Teil geglückt ist. Aus deutscher Sicht gestaltet sich der Export nach Osteuropa sehr schwierig, da nur ein kleines Luxussegment für deutsche Hersteller interessant ist. Nordeuropa schottet sich aufgrund der starken lokalen Produzenten ab. In Frankreich und Spanien ist der industrielle Fertigbau noch fast unbekannt, womit die wichtigsten Zielländer Österreich, Schweiz und Norditalien sind, wo man ebenfalls auf starke lokale Konkurrenz trifft.
Die Preise für Fertighäuser sind in den letzten Jahren etwas angestiegen. Während man im Jahr 2000 durchschnittlich 119.490 Euro für ein Fertighaus bezahlte, beträgt der Preis im Jahr 2004 123.798 Euro. Grund für den Preisanstieg ist der Trend, Fertighäuser in einer Ausbaustufe zu erwerben, die dem fertigen Haus näher ist. Während die Nachfrage nach Ausbaufertighäusern und Belagfertighäusern um etwa einen Prozentpunkt gesunken ist, fragen mehr Personen nach schlüsselfertigen Häusern nach. Der Anteil von schlüsselfertigen Häusern am Absatz wird von 31,2 Prozent im Jahr 2001 auf 32,6 Prozent im Jahr 2006 gesteigert werden können.
Die Hausherren greifen auch verstärkt zu Biobaustoffen und Ökoeinrichtung. Obwohl nach wie vor hauptsächlich mit traditionellen Baustoffen gearbeitet wird, konnte die nachhaltige Bauweise ihre Stellung zugunsten der traditionellen Bauweise leicht ausbauen. Die baustärksten Regionen Deutschlands sind der Süd-Westen (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland) und der Westen mit Hessen und Nordrhein-Westfalen. Über 30 Prozent des Umsatzes wird im Süd-Westen erzieht. Mehr als ein Viertel der Umsätze stammen aus dem Westen. Im Norden und Osten gibt es die geringste Anzahl an Fertighäusern. Grund dafür sind wohl die Standorte der Produktionsstätten.
Um die Fertighausquote nachhaltig zu erhöhen muss die Konkurrenz neu definiert werden. Der harte Verdrängungswettbewerb, der in dieser Branche dicht beieinander in Fertighausparks stattfindet, schadet oft dem Image des Fertighauses an sich. Die wahre Konkurrenz sind allerdings Baumeister und Bauherren in Eigenregie, die sich mit einem Fertighaus nicht anfreunden können.
Der IC MARKET TRACKING® FERTIGHÄUSER IN DEUTSCHLAND 2005 ist eine detaillierte Markt- und Branchenanalyse über den Markt für Fertighäuser in Deutschland. Er enthält Marktzahlen in Menge und Wert für die Jahre 2001-2004 und Entwicklungsprognosen bis 2006, detaillierte Umsatz- und Absatzzahlen sowie Marktanteile der TOP-30 Anbieter in Deutschland. Die Studie ist ab sofort bei der InterConnection Consulting Group zu Preisen zwischen 950 und 3.900 Euro erhältlich.
07. Mai 2005